02.01.2019

Informationen zur Umsetzung der EU-Gutschein-Richtlinie durch JStG 2018

Durch das Jahressteuergesetz 2018 wird die EU-Gutscheinrichtlinie in nationales Recht umgesetzt.

Zu beachten ist, dass von dieser Neudefinition Rabattgutscheine ausgenommen sind. Für diese ergeben sich keine Neuregelungen.

 

Neue Definition des "Gutscheins" nach § 3 Abs. 13 UStG-E

 

Folgende Voraussetzungen müssen für einen "Gutschein" erfüllt sein:

(1) Es handelt sich nicht um ein Instrument, das zu einem Preisnachlass berechtigt.

(2) Für den Unternehmer, der den Gutschein einlöst, besteht die Verpflichtung, dass er diesen vollständig oder teilweise als Gegenleistung für seine Leistungen annehmen muss.

(3) Auf dem Gutschein selbst oder den zugehörigen Nutzungsbedingungen sind entweder die konkrete Leistung angegeben, für die der Gutschein als Gegenleistung eingelöst werden kann, oder es ist die Identität des leistenden Unternehmers angegeben.

 

Abgrenzung von Einzweck- und Mehrzweck-Gutschein. Bislang unterscheidet die Finanzverwaltung zwischen Warengutscheinen und Wertgutscheinen. Nun wird künftig zwischen Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheinen unterschieden.

Bei Einzweck-Gutscheinen muss im Zeitpunkt der Ausstellung der Ort der Leistung und die geschuldete Steuer feststehen.

Die Umsatzsteuer für Einzweck-Gutscheine entsteht im Zeitpunkt der Ausgabe des Gutscheins.

Sofern der Ort der Leistung unklar oder der anzuwendende Steuersatz noch nicht feststeht, handelt es sich um einen Mehrzweck-Gutschein.

Bei Mehrzweck-Gutscheinen entsteht die Steuer erst im Zeitpunkt der Einlösung, da erst dann alle Parameter feststehen.

 

Beispiel 1:

Es wird ein Gutschein für die Nutzung der Sauna verkauft.

  *   In diesem Fall ist sowohl der Ort der Leistung als auch die geschuldete Umsatzsteuer bekannt. Es handelt sich um einen Einzweck-Gutschein.

Beispiel 2:

Es wird ein Gutschein in Höhe von EUR 50 ausgegeben, der zum Erwerb/Nutzen aller im Sortiment befindlicher Waren/Leistungen eingesetzt werden kann.

  *   Sofern Waren/Leistungen sowohl zum Regelsteuersatz als auch zum ermäßigten Steuersatz angeboten werden, liegt ein Mehrzweck-Gutschein vor.

  *   Wenn es im Angebot nur Waren/Leistungen zum Regelsteuersatz gibt, wäre der Gutschein hingegen als Einzweck-Gutschein anzusehen.

 

Anwendungszeitpunkt

Die Neuregelung ist auf alle Gutscheine anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2018 ausgegeben werden.

Folglich ist ab dem 1. Januar 2019 bei der Einlösung als auch dem Weiterverkauf von Gutscheinen darauf zu achten, ob die Gutscheine noch im Jahr 2018 oder bereits in 2019 ausgestellt wurden.

Da die bisherige Unterscheidung in Waren- und Wertgutscheine nun nicht mehr vollumfänglich mit den Neudefinitionen übereinstimmt, wäre es hilfreich, wenn Sie uns eine Übersicht zukommen lassen könnten, welche Gutscheinarten derzeit bei Ihnen angeboten werden. Damit könnten wir prüfen, ob diese in Zukunft als Einzweck- oder Mehrzweck-Gutschein einzuordnen sind.

 

Umsetzung

Für mafis® und NovaTouch Voucher sollten ab 01.01.2019 neue Gutscheine mit den Produktgruppen Einzweck- statt Leistungsgutschein und Mehrzweck- statt Wertgutschein erstellt werden.

Produktgruppe anlegen --> Einzweckgutschein und Mehrzweckgutschein drei neue Gutscheinarten anlegen --> Einzweckgutschein mit 7% --> Einweckgutschein mit 19% --> Mehrzweckgutschein mit 0%. Um eine saubere Trennung für 2018 und 2019 zu erreichen, müssen die Vorlagen gedoppelt werden und ggf. in die Druckvorlage die Bezeichnungen geändert werden auf Einzweckgutschein und Mehrzweckgutschein.

Schlussendlich müssen diese dann in mafis® richtig gematcht werden. Damit wird die neue EU-Gutschein-Richtlinie erfüllt.